Donnerstag, 24. März 2011

Knut iss Tod!

Der intelligente Mensch neigt ja gern dazu, sich der armen Kreatur über verantwortlich zu fühlen. Ich erinnere nur an den Problembären Bruno der von bösen Jägern abgeschossen wurde nur weil er sich zu nah an bewohntem Gebiet aufhielt. Was haben die liebenswerten Tierschützer daraufhin getobt und den Tod des verbrecherischen Jägers gefordert.

Nun hat es einen weiteren Bären erwischt. Einen Eisbären! Knut, geboren in Berlin. Er hätte eigentlich durch Grönland oder Alaska streifen sollen, stattdessen hüpfte er in einem Planschbecken des Berliner Tierparkes herum und bettelte um was zu knabbern. Sehr zur Freude der zahlenden Besucher. Vor allem als Babybär hat Knut unsere Herzen und die der ganzen Welt vor Freude Purzelbaum schlagen lassen. Zu niedlich sah der kleine Petz aus. Selbst als Knut zum Mörder mutierte und die Karpfen aus seinen Planschbecken fischte haben wir ihm verziehen. Hatten halt Pech die Schuppenträger, was schwimmen sie auch an Knuts Nase vorbei. Nun isser Tod, unser Knut.

Eine Frau aus Bitterfeld-Wolfen beschreibt in der Mitteldeutschen Zeitung unseren Schmerz mit folgenden (wortwörtlich) Worten:

Ich glaube, dass Eisbär Knut ein sehr menschlicher Bär war und die Liebe und Wärme seines Ziehvaters, Herrn Dörflein, sehr vermisste. Knut hat meiner Ansicht nach wohl innerlich sehr geweint und ist daran seelisch zerbrochen. Jetzt ist er mit Papa Dörflein wieder vereint. Knut war unser aller Bär. Ihn zu verlieren, ist unendlich schwer.

Hallloooo Frau aus Bitterfeld-Wolfen. Ist das Dein Ernst? Es ist unendlich schwer? Dazu fehlen sogar mir die passenden Worte. Was ist so schwerwiegendes passiert das sich der Mensch vor lauter Gram in die heimischen Kissen weint? Ein Tier ist gestorben. Gestorben, es wurde nicht getötet, ein Los das täglich Milliarden Kreaturen trifft. Schweine, Kühe, Schafe, Hühner usw. Kein Schwein sinkt vor lauter Mitleid mit diesen Viecher vor Gram zu Boden. Jut, ein paar irre Tierschützer vielleicht die meinen statt Schnitzel kann der Mensch auch Disteln verspeisen aber mein Mitleid vor dem ehemaligen Tier, welches jetzt als Gulasch auf meinem Teller liegt, hält sich in Grenzen ;o).
Außerdem, Knut wird unsterblich :o). Er wird ausgestopft und ins Museum gestellt. Dort kann man ihn dann in voller Pracht bewundern und das näher als jemals zuvor.

Knut iss Tod, nicht mehr und nicht weniger :o))).
Lassts Euch jut jehn ...BS ;o).

6 Kommentare:

  1. Lieber Schatzi!
    Ach lass die Leute doch. Wenigstens vergessen sie ihre Sorgen. Oder besser gesagt: Wenn sie keine größeren Probleme haben, dann geht es ihnen doch bestens.
    Lieben Gruß
    Lemmie, die Backhähnchen und Schnitzel mit Leidenschaft isst.

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  2. hallo lemmie ;o)
    welch freude dich hier zu sehen *küsschen* :o).

    ich habe ja nichts dagegen das sich die menschheit wegen des todes von knut gedanken macht. ich habe ja selber geschmunzelt als ich die bilder vom kleinen knut und seinen wärter im tv gesehen habe aber man sollte doch alles ein wenig relativieren. knut war ein tier, welches vom tv hochgepuscht wurde. ich glaube nicht, dass irgendjemand um die karpfen getrauert hat, die knut gefressen hat ;o))).

    lemmie, speisetechnisch liegen wir auf einer linie :o). n8, schlaf jut und träum was schönes ...*küsschen* schatzi ;o)

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  3. Seh ich ganz genau so!
    Guter Blog-Eintrag!

    LG

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  4. Interessant ist, dass die Betroffenheit um Knut offenbar bei vielen Menschen größer ist, als die Anteilnahme für die Japaner oder die armen Schweine in Lybien oder die abgeschlachteten Siedler im Gazastreifen.

    Irgendwie verkehrte Welt - oder?

    CU

    Richie

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  5. Nachvollziehen kann ich dieses Theater um Knut auch nicht.
    Aber nie hätte ich das so treffend formuliernen können wie Du Schatzi.
    Super geschrieben.
    Ich finde es auch schade, dass der Berliner Zoo um eine Attraktion ärmer ist, aber im Grunde habe ich großes Mitleid mit den Tieren im Zoo.
    Ich denke oft, ob wir Menschen wohl wissen, was wir den armen Tieren mit dieser Enge antun?
    Z. B. Ein Adler im Käfig? Das ist doch grausam für so einen Vogel, plötzlich nur noch ein paar Meter fliegen zu können, statt hunderte von Metern in den Himmel zu steigen.
    LG
    Agnes

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  6. Hast recht Agnes :o). Tiere gehören normalerweise in die freie Natur. Das Problem daran ist aber, dass es garnicht mehr soviel freie Natur gibt.
    Die meisten Tiere in den Zoos wurden auch dort oder in einem anderen Zoo geboren. Sie kennen die freie Natur garnicht und manches Vieh, welches als Nahrung dient wird sicher sagen, Jott sei dank ;o).
    Wenn ich mir den Leipziger Zoo ansehe, dann haben die Tiere meines erachtens dort ein relativ gutes Leben. Das Afrika Gehege ist größer als zwei Fussballfelder, da kann das Zebra schon mal nen kurzen Sprint hinlegen.
    Sicher, der Adler kann auch dort nur ein paar Meter flattern und der Seehund nur kurze Runden drehen. Wenn ich dann aber sehe mit welchen Speet er durch das Wasser schießt und welchen Spa0 er hat wenn sein Pfleger ihn füttert, dann kann das ganze nicht sooo schlecht sein. Die modernen Zoos geben sich schon ordentlich Mühe den Tieren das Leben so angenehm wie möglich zu machen um uns Menschen die Möglichkeit zu geben sie lebend zu beobachten.
    Vielleicht sind es in Zukunft gerade die Zoos dieser Welt die vom Aussterben bedrohte Tierarten am Leben erhalten. Wenn vorerst auch nur hinter Gittern. Siehe China mit ihrer Pandazucht.
    Es hat alles einen Vor- und Nachteil aber wenn 2x3 Meterkäfige verschwinden dann verbessert sich auch das Leben der Kreatur hinter Gittern :o).

    Menno, ist ja fast ein neuer eintrag ;o). Danke für Deinen Kommentar Agnes.
    Lass Dirs jut jehn ...BS ;o)

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